"Life begins at the end of your comfort zone"

Ein Ferienlager für Erwachsene, das hatte Maike Engel im Sinn, als sie "Camp Breakout" ins Leben rief. Mit dabei: eine digitale Auszeit. Die Idee kommt an, bei Bogenschießen, DIY-Workshops, Lagerfeuer oder Yoga treffen sich an langen Wochenenden Großstädter im Sommer-Camp, um einfach mal wieder Kind zu sein. Klingt traumhaft, solange man sich nicht an 6-Bett-Hütten und gemeinsamem Zähneputzen stört. Interview mit einer Gründerin, die großes Potenzial für ihre Idee sieht.
Hamburg, den 20. Juli 2016 - Von Stefanie Bilen

SAAL ZWEI: Maike, Ihr bietet ein Ferienlager für stressgeplagte Großstädter an - mit dem Versprechen, für kurze Zeit 'dem Erwachsenenalltag und dem digitalen Konsum' zu entkommen. Was erwartet die Teilnehmer konkret?

Maike Engel: Neben einer wunderschönen Location in der Natur erwartet die Teilnehmer im Prinzip ein klassiches Ferienlager-Programm: Wir übernachten in Blockhütten mit Mehrbettzimmern, machen eine Schnitzeljagd, gehen Kanu fahren und sammeln Feuerholz, um ein Lagerfeuer zu zünden.
Zusätzlich gibt es verschiedene Bereiche im Camp, etwa einen sogenannten Playground mit altbekannten Gesellschaftsspielen, eine Chill-Out-Zone und eine Do-it-Yourself-Area. Neben vielen sportlichen Aktivitäten wie Yoga, Volleyball und Bogenschießen bieten wir also auch etwas für Leute, die kreativ werden oder einfach mal entspannen wollen.
Für den kreativen Teil im Camp konnten wir das Start-up Hand im Glück gewinnen, die als DIY Koryphäen eine Menge toller Bastelaktivitäten mitbringen und die Teilnehmer vor Ort anleiten. Jeder Teilnehmer kann sich seinen Tagesablauf individuell und nach Lust und Laune zusammenstellen.

Es soll eine unbeschwerte Zeit unter Gleichgesinnten sein: Wer gehört zur Kernzielgruppe - Gründer und Agentur-Menschen?

Das Camp ist für jeden etwas, der aus seinem Alltag ausbrechen will, ob nun Agentur-Mensch, Gründer, Handwerker oder Angestellter in einer Bank. Jeder, der das innere Kind in sich mal wieder entdecken will oder eine digitale Auszeit braucht, hat hier die Möglichkeit dazu. Da die geplanten Camps in Holstein und auf Usedom stattfinden, ist die Anfahrt besonders für Hamburger und Berliner nicht sehr weit und eignen sich perfekt, um für ein verlängertes Wochenende auszubrechen.

Wie sind denn eure Erfahrungen: Haben Komfort-gewohnte Stadtmenschen überhaupt Lust auf Plumpsklo und Zelten?

Bei der Auswahl der Location haben wir bewusst darauf geachtet, dass ein gewisser Komfort vorhanden ist. Die Teilnehmer übernachten in gemütlichen Hütten mit sechs bis neun Betten, und es gibt Sanitärbereiche mit Duschen und Toiletten - also kein Festivalkomfort (lacht). Wir legen viel Wert darauf, dass jeder ausgeschlafen und entspannt in den Tag starten kann. Es ist ja schließlich kein Survival-Camp. Natürlich ist auch das Übernachten in Mehrbettzimmer und das gemeinsame Zähneputzen am Morgen gewöhnungsbedürftig, jedoch ist unser Motto: life begins at the end of your comfort zone.

Bitte verrate uns noch was zu Dir: Wie bist du auf die Idee gekommen, welche Pläne hast du für das Camp und womit verdienst du dein Geld?

Ich habe damals viele Bücher zum Thema Gründen, Neuorientierung, Selbstfindung etc. gelesen. Mir fiel es jedoch besonders schwer, möglichst viele meiner Interessen und Leidenschaften in einer Idee zu vereinen. Der erste Anstoß zu der Idee kam voriges Jahr im Sommer, als ich mit einer Freundin durch das Schanzenviertel hier in Hamburg schlenderte. Ich sah ein Kind in einer Wasserpfütze herumtoben und sagte zu meiner Freundin, wie toll es wäre, wenn es auch für Erwachsene einen Ort gäbe, an dem man wieder Kind sein dürfe, ohne, dass es einem peinlich ist. Ich habe mich dann daran erinnert, wie schön es während meiner Kindheit im Ferienlager war und mich gefragt, warum es das nicht auch für Erwachsene gibt. Das war wohl der ausschlaggebende Moment für die Weiterentwicklung der Idee von Camp Breakout.
Camp Breakout ist nur ein Teil meines Gesamtkonzeptes. Unter dem Schirm 'Breakout Experiences' möchte ich noch weitere meiner Ideen verwirklichen. Das Camp ist der Anfang und soll als Inspirationsquelle für weitere Projekte dienen. Ich möchte mich mit möglichst vielen Teilnehmern vor Ort austauschen und Ideen mit in andere Projekte einfließen lassen.
Kommendes Jahr wollen wir auf jeden Fall weitere Camps auch in anderen Teilen Deutschlands und wer weiß, vielleicht auch im Ausland, umsetzen.
Momentan arbeite ich nebenbei noch in einem Restaurant.

Die nächsten Camp Breakouts finden statt vom 11. - 14. August 2016 in der Holsteinischen Schweiz am Süseler See und vom 25. - 28. August auf der Insel Usedom.

(Fotos: Jessy Katschewitz, www.jessy-katschewitz-fotografie.de; Detlef Nehls)

 

Dieses Interview ist ein Beitrag der SAAL-ZWEI-Reise-Ausgabe.

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