"Wir haben in kurzer Zeit sehr viel Wirbel angerichtet"

Sie ist mit 25.000 Euro ihres Vaters gestartet, bekam 100.000 Euro per Crowdfunding und sammelte kürzlich nach einer weiteren Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag für Bloomy Days ein: Franziska von Hardenberg vermag es, die Menschen für ihr Start-up zu begeistern. 20 Vollzeit- und 60 Teilzeit-Mitarbeiter beschäftigt sie bereits. Kommendes Jahr soll der 2012 gegründete Online-Blumenversender schwarze Zahlen schreiben, bevor die Expansion ins Ausland startet. Wir wollten von der 30-Jährigen wissen: Was treibt sie an, woraus lernt sie und vor allem - kann man mit Schnittblumen so viel Geld verdienen, dass alle Investoren reich werden?
Berlin/Hamburg, den 26. November 2014 - Von Stefanie Bilen

3 FRAGEN AN 30 FRAUEN

2. FRANZISKA GRÄFIN VON HARDENBERG - STECKBRIEF

Position: 
Gründerin/Geschäftsführerin, Bloomy Days

Vorige Station:
Chefredakteurin, 7trends Magazin

Berufsstart:
Marketing Manager, Chelsea Farmer's Club Berlin

Ausbildung:
Studium: Marketing und Kommunikationswissenschaften

Familienstand:
verheiratet

SAAL ZWEI: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben? 
Franziska von Hardenberg: "Let’s not talk about it, let’s do it." Er entstammt der Rede, die der Mann meiner Patentante anlässlich unserer Hochzeit hielt. Ich finde dieser Satz ist die Essenz von allem. Oft wird viel zu viel geredet, lange überlegt, problemorientiert gehandelt, statt lösungsorientiert nach vorne zu gehen. Dieser Satz entspricht vermutlich zu 100% mir. Insofern ist er eher eine Erkenntnis als ein Rat, aber genau das finde ich so lehrreich.

In der Rubrik Top-Managerin im Profil stellen wir den SAAL ZWEI-Leserinnen sowie der Leserschaft des Handelsblatt Morning Briefings erfolgreiche Frauen an der Spitze vor. Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts, fasst in seinem Morning Briefing täglich noch vor dem Frühstück relevante News aus Wirtschaft, Politik und Finanzen poinitiert zusammen. Gratis für den Leser.


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Aus welcher Niederlage haben Sie am meisten gelernt?

Sicher gibt es immer wieder Rückschläge, aber das macht Unternehmertum schließlich auch aus. Ich liebe es, mich den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Bei starkem Wachstum ist sicherlich Personal ein großes Thema. Nicht jeder Mitarbeiter bleibt für immer im Unternehmen, die Struktur wandelt sich, man muss die richtigen neuen Leuten finden, die zum altem Team passen und es optimalerweise perfekt ergänzen. Das ist mit Sicherheit eine große Herausforderung, der wir uns immer wieder aufs Neue stellen und wobei wir auch jedes Mal wieder viel lernen.

Kann man mit Schnittblumen reich werden? 

Ich gehe davon aus. Meine größte Schwäche ist mit Sicherheit, nicht stark monetär getrieben zu sein. Ich mache Bloomy Days aus Leidenschaft und weil ich es liebe, dass wir in so kurzer Zeit schon so viel Wirbel anrichten konnten. Es gibt kaum noch Old Economy-Märkte, die man durch neue digitale Geschäftsmodelle revolutionieren kann. Der Blumenmarkt hat einfach die letzten 20 Jahre verschlafen und sich vor allem online nie mit der Frage beschäftigt, was der Kunde eigentlich will. Wir haben diese Frage gestellt und eine Antwort gefunden: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, direkter Einkauf ohne Zwischenhändler, stilsichere Auswahl sowie frische und beste Qualität.
Dass wir dabei stabil hohe Margen erzielen, stark wachsen, keine Lagerhaltungskosten, einen Pre-Paid Cash Flow und keine Retouren haben, erfreut allerdings mit Sicherheit auch unsere Investoren. Wir planen, im kommenden Jahr profitabel zu sein. Mein Ziel ist es, ein tolles, gesundes Unternehmen aufzubauen. Was danach kommt und ob es überhaupt ein danach gibt, muss ich zum Glück nicht hier und jetzt entscheiden.

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