"Du hast es fast geschafft..."

Der Sommer kommt - und wir sitzen zu viel am Schreibtisch, nutzen zu häufig das Auto, statt in die Pedale zu treten. Unsere Autorin wollte raus aus dieser Wintergemütlichkeit und hat sich zu einem 10-wöchigen Online-Fitnessprogramm angemeldet. Seitdem kocht und bewegt sie sich unter der Anleitung ihres prominenten Vorturners, dem TV-Tänzer und Moderator Detlef D! Soost. Noch sind die Pfunde nicht gefallen, aber zu ihrer eigenen Überraschung macht es ihr großen Spaß...
Hamburg, den 20. Mai 2015 - Von Anja Steinbuch

"Wenn Du diese Mail liest, hast Du bereits alles richtig gemacht!" Detlef D! Soost unterschreibt seine Nachricht schwungvoll. Daneben ist ein Bild von ihm im engen T-Shirt zu sehen, unter dem sich seine imposanten Muskeln deutlich abzeichnen. Er lächelt mich an, als wenn er es ernst meinte. Ich glaube ihm und fühle mich gut.
Ich habe mich angemeldet für ein zehnwöchiges Fitnessprogramm "Bodychange" und stehe damit unter der Ägide eines RTL II-Moderators. Detlef D. Soost, den viele aus der Pro 7-Sendung "Popstars" kennen, ist so durchtrainiert wie ein Leistungssportler. Heute. Vor ein paar Jahren war der Tänzer und Coach noch leicht pummelig. Vor fünf Jahren legte er ein Ernährungs- und Fitnessprogramm auf, das ihm "neue Power und einen neuen Body" beschert hat. Er nahm in zehn Wochen 20 Kilo ab. Das sieht man auf den "Vorher-nachher-Fotos“ auf der Webseite 10wbc.de. Ich glaube ihm erneut und bin happy, jetzt auch zum Club zu gehören. Wer sich bei Bodychange online anmeldet und einmalig 79, 90 Euro überweist, bekommt Zugangsdaten für das Online-Portal, ein PDF mit Rezepten, zwei 20-minütige Trainings-Videos pro Woche unter Anleitung von Detlef D! Soost sowie Motivations- und Kochvideos.

Der Frühling ist da - und ich sitze zu viel, fahre zu viel Auto und zu wenig Fahrrad

"Ich grüße dich, geht's dir gut?" So beginnt jetzt mein Tag. Detlef schaut mir freundlich ins Gesicht und ich nicke verlegen. Mit seiner virtuellen Unterstützung brate ich mir wenig später ein Rührei mit Pilzen. Er ist jetzt mein Personalcoach - aber nur wenn ich will oder wenn mein Alltag es zulässt. Ich kann ihn auch wegklicken oder gar nicht anwählen. Das finde ich sympathisch.
Ich bin weder ein Fitness-Freak noch ein Diät-Typ. Trotzdem reizt mich die Idee von Bodychange. Der Frühling ist da, und ich vermisse an mir eine natürliche Körperspannung. Fettpölsterchen versuchen, zu festen Bestandteilen meines Körpers zu werden. Ich sitze zu viel, fahre zu viel Auto und zu wenig Fahrrad, stehe in Supermarkt-Schlangen und fülle Waschmaschinen. Ein ganz normales Leben einer berufstätigen Mutter. Warum also Bodychange? Ich will ein bisschen von dieser Vitalität, Muskelkraft, von dem Strahlen meines neuen Vorturners. Also melde ich mich für zehn Wochen an. Schließlich gibt es bei Nicht-Gefallen das Geld zurück.

1. Woche: Keine Angst, ich führe kein Fitnesstagebuch. "Heute kochen wir ein Omelette!" Detlef strahlt mich über einen Herd hinweg an. Ich bin hungrig. Per Mail bekomme ich Links und Videos zum Thema kohlenhydratarmes Kochen und Einkaufen zugeschickt. Was mir gefällt: Alle Tipps werden ohne einen besserwissenden Unterton übermittelt. Ich lerne in den ersten Wochen, Brot, Nudeln und Kartoffeln zu verachten und Fleisch, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse zu verehren. Auch erfahre ich alles über die korrekte Ausführung von Kniebeugen und Liegestützen.

5. Woche: Ich kaufe jetzt anders ein: Mehr frische und unbehandelte Produkte, weniger Dosen, Milchprodukte und schon gar keine Süßigkeiten! Das Omelette zum Frühstück musste aus Zeitgründen wieder dem Kaffee weichen. Leider habe ich es noch nicht geschafft, die Milch im Kaffee ganz weg zu lassen - aber ich reduziere sie. Mittags versuche ich viel Gemüse, viel Salat zu essen, abends lasse ich leider immer noch zu oft "fünfe gerade sein", und futtere ein klassisches deutsches Abendbrot mit der Familie. Schwarz- anstatt Weißbrot liegt dabei auf meinem Teller. Nicht immer finde ich Zeit für meine von Detlef vorgeknieten Workouts. Dafür schnappe ich mir morgens meine Laufschuhe und jogge - und wenn es nur 15 Minuten sind. Detlef fände das sicher gut.

An einem Tag pro Woche darf ich essen, was ich möchte


Was sagt die Waage? 2,5 Kilo hatte ich zwischenzeitlich weniger. Die sind aber inzwischen in meiner sechsten BodyChange-Woche wieder zurückgekommen. Stress im Büro ließ sich nur mit Schokolade bewältigen und auch mein Loading-Day, das ist der eine Tag in der Woche, an dem man essen darf, was man will, dehnte sich über mehrere Tage aus...

9. Woche: Detlef lächelt mich trotzdem ehrlich happy an: "Jetzt hast Du es fast geschafft. Klasse gemacht." Ich mag ihn. Er ist nicht enttäuscht, wenn ich tagelang keinen Sport mache, weil ich spät von der Arbeit komme, das Kind krank ist, das Wetter schlecht oder sich einfach keine Motivation auftreiben lässt. Er lässt sich auch keine teuren Trainerstunden bezahlen, obwohl ich wegen Krankheit absagen musste.

Unsere Autorin an einem ihrer "Loading Days" - essen ohne Regeln.

10. Woche. "Jetzt hast Du es geschafft. Wie fühlst Du Dich?" Das fragt mich mein scheidender Personal Trainer vom Bildschirm aus. Ich bin mir nicht sicher. Eigentlich ist alles gut, mein Gewicht unverändert, aber mit 65 Kilo auf 1,70 Meter sehr ok. Ein bisschen mehr Muskulatur habe ich entwickelt, aber zur Routine sind weder Sit-ups, Liegestützen noch Kniebeugen geworden. Mein Terminkalender ist dafür zu vollgestopft. Aber ich habe Ideen und Impulse für die Zukunft mitgenommen. Für Eifrige wird nach der zehnten Woche das Programm Bodychange Next für einen monatlichen Obolus von 12,90 Euro angeboten. Vielleicht mache ich das. Detlef würde mir sonst irgendwie fehlen.

Fazit: BodyChange ist ein bisschen mehr als ein Fitness- und Abnehmprogramm, das auf kohlenhydratarmer Kost und gezielter Gymnastik basiert. Mit dem TV-Star als Coach bekommt das Programm nicht nur ein Gesicht, sondern eine Story, eine authentische Ebene, die Spaß macht. Auch die Tipps aus der Community, die mir online zur Verfügung stehen, sind hilfreich und nützlich: Morgens mische ich jetzt anstatt Milch übrigens Kokosnussöl in meinen Kaffee, das schmeckt toll und hat weniger Milchfett - ist auch etwas für Veganer! Detlef, hast Du schon mal an diese Kunden gedacht?

Anja Steinbuch ist freie Journalistin in Hamburg.


Vielleicht auch interessant?

"Erstaunlich, wie wenig gute Rezeptangebote es gab"
Sie sind erst 25 und 27 Jahre alt, haben direkt nach dem Studium ihre Firma gegründet und auf einen Bereich gesetzt, der schon mehr als besetzt war: Kochrezepte. Weil sie einen echten Bedarf sahen. Mengting Gao und Verena Hubertz entwickelten eine App, die nicht nur gut designt ist und mit Videos arbeitet, sondern auch nutzerfreundlich ist. Jetzt haben die BWLerinnen eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und 1,8 Mio. $ eingesammelt. 
www.saalzwei.de

Mittwochs ist SAAL ZWEI-Tag. 
Abonnieren Sie das kostenlose Online-Business-Magazin für Frauen und erhalten Sie ausgewählte relevante Inhalte direkt in Ihr Postfach.
Jetzt gratis bestellen.
Und SAAL ZWEI auf Facebook und Twitter folgen.

SAAL ZWEI abonnieren

Mittwoch ist SAAL ZWEI-Tag:

Erhalten Sie jeden Mittwoch die neue Ausgabe
des Online-Magazins für Frauen direkt in Ihr
Postfach: Businesstrends, Exklusiv-Interviews,
Karrieretipps, Lifestyle, ... – gratis!

SAAL ZWEI-Gastautoren

Kathrin Werner
Birga Teske
Eva Buchhorn