7 Frauen, die uns 2015 bewegten

Volkswagen hat eine erste Vorständin, der Papst spricht über Homosexualität und eine Sängerin verkauft in drei Tagen mehr Platten als jeder Künstler vor ihr. Die Welt ist in Bewegung - weil mutige und visionäre Menschen sie antreiben. Stellvertretend für die vielen Persönlichkeiten stellen wir 7 Frauen vor, die uns 2015 beeindruckten.

Hamburg, den 16. Dezember 2015 - Von Stefanie Bilen

Die Milliarden der Asiatinnen

Die Zahl der Milliardärinnen steigt - und zwar schneller als die Zahl ihrer männlichen Pendants. Insbesondere in Asien vermehren Frauen ihren Reichtum. Vor zehn Jahren gab es gerade mal drei Milliardärinnen, voriges Jahr waren es 25. Auffallend dabei: Etliche von ihnen sind durch eigene Arbeit zu dem Geld gekommen, nicht durch Heirat oder Erbschaft, heißt es in der Studie "The Changing Faces of Billionaires", herausgegeben von UBS und PwC. Die meisten der superreichen Asiatinnen stammen aus Hongkong und China und sind mit Immobilien reich geworden. 
Dennoch sind es immer noch die Männer, die Milliarden verdienen. 89 % der 1.347 Milliardäre weltweit sind männlich.

Adele Superstar

Sängerin Adele (Foto: Live 2009, Christopher Macsurak)

2,3 Mio. Alben in nur drei Tagen - das schafft eigentlich kein Künstler. Bis auf Adele. Die britische Pop-Sensation hat mit ihrem neuen Werk "25" im November ein Super-Comeback gefeiert und innerhalb weniger Tage den Superlativ "Meistverkauftes Album 2015" geknackt. Wie auch schon 2011 und 2012. Zudem hat sie sieben Grammys und einen Oscar für ihren James-Bond-Titelsong Skyfall zu Hause stehen. Wie schön, wenn Leistung und Erfolg zusammenkommen.

Eine Frau für den Fernverkehr

Birgit Bohle, Vorstand Deutsche Bahn (Foto: DB)

Mit Birgit Bohle leitet erstmals eine Frau die Fernverkehrssparte der Deutschen Bahn. Seit vergangenem September ist sie Vorsitzende des Vorstands der DB Fernverkehr AG und hat damit den "härtesten Spitzenjob des Konzerns", schreibt die Welt, weil kaum eine Sparte so viele Probleme habe wie die ICE- und IC-Flotte. Trotzdem hat sich der Aufsichtsrat des Unternehmens im August dafür ausgesprochen, die Ex-Mc Kinsey-Beraterin - die im vorigen Sommer Rednerin bei einem SAAL ZWEI-lokal-Abend war - mit der Aufgabe zu betrauen. 
Herzlichen Glückwunsch nach Frankfurt noch einmal an dieser Stelle, liebe Birgit Bohle. Zur Beförderung im Sommer - und zum gestrigen Geburtstag!

Hoffnungsträgerin aus Rheinland-Pfalz

Aktuell scheint es, als würde Angela Merkel ewig Kanzlerin sein. Doch selbst dann, wenn die Bundeskanzlerin sich entschließt, 2017 nochmal zu kandidieren, irgendwann muss sie Platz machen für die nächste Generation. Julia Klöckner, die in drei Monaten Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden will, hätte gute Chancen, Kanzlerkandidatin der CDU zu werden. Freilich will sich die 42-Jährige nicht so früh zu dem Thema äußern. Dafür präsentiert sie eine Haltung in der Flüchtlingskrise ("Frauen zu verstecken, passt nicht zu unserer Demokratie. Und nur die Rosinen rauszupicken, auch nicht.."), die nicht nur uns beeindruckt.

Wird der Boulevard jetzt frauenfreundlich?

Tani Koch, Bild-Chefredakteurin in spe

Liebe Tanit Koch, im kommenden Januar werden wir uns eine Bild-Zeitung kaufen! Nicht, weil es unsere Lieblingslektüre ist, sondern weil wir sehen wollen, wie das Boulevard-Blatt Nr. 1 in Deutschland aussieht, wenn eine Frau an der Spitze der Redaktion steht. Wird es weniger Nackte in Ihrem Blatt geben? Weniger Fußball-Geschichten und mehr Kreativ- und Klatsch-Themen? Wahrscheinlich nicht. 
Aber wir gratulieren Ihnen zur Beförderung, auch wenn so mancher Kollege geunkt hat, dass Sie nur der verlängerte Arm von Kai Diekmann sein werden, der in die Rolle des Herausgebers wechselt. Nutzen Sie Ihre Macht - im positiven Sinne. Und gerne auch mal zum Wohle der Frauen!

Pirelli-Schönheiten neu gedacht

Annie Leibovitz, Fotografin (Foto: Robert Scoble)

Danke, Annie Leibovitz, für einen Frauen-Kalender, der längst überfällig war: Statt spärlich bekleideter Rennwagen-Mietzen zeigt der neue Pirelli starke Frauen, die selbst etwas zu sagen haben und nicht als Dekoration dienen. Wir können uns vorstellen, dass es einiger Diskussionen bedurfte, die Pirelli-Manager von diesem Schwenk zu überzeugen, bei dem Frauen auch jenseits der Modelmaße präsentiert werden. Wenn Sie so weitermachen, wird uns die Marke Pirelli noch sympathisch!

Mutter Courage wirkt in Köln

Henriette Reker (Foto: Stadt Köln)

Henriette Reker wird als erste Frau Bürgermeisterin von Köln. Am gestrigen Dienstag legte die 59-Jährigen ihren Amtseid ab. Die parteilose Politikerin war Mitte Oktober einen Tag vor ihrer Wahl niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden - vermutlich aus fremdenfeindlichen Motiven. Reker hatte sich zuvor als Sozialdezernentin um die Aufnahme von Flüchtlingen gekümmert. 
Bei ihrer Antrittsrede warb sie gestern - trotz des schweren Angriffs auf ihre Person vor zwei Monaten - offensiv für die Aufnahme der Flüchtlinge. "Wir müssen einen Teil unseres Wohlstands teilen", sagt sie.
Hut ab vor ihrer Standfestigkeit und Courage!

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