"Promis haben die Wahl, den großen Zirkus zu verlassen"

Für die Einen ist sie Deutschlands beliebteste Nachrichten-Moderatorin, Andere nennen sie die "blonde Harmlosigkeit": Judith Rakers polarisiert, ihrem Image schadet es aber offenbar nicht. Die 38-Jährige ist gut im Geschäft und moderiert ein Event nach dem anderen - egal ob Eurovision Song Contest, die Henri Nannen Preis-Gala oder weniger glamouröse Business-Kongresse. Dass manche Kollegen abfällig über sie schreiben, interessiert sie nicht. Was sie aber richtig nervt, ist die Frage nach ihren blonden Haaren: echt oder nicht? Uns hat sie Auskunft gegeben über mindestens genauso wichtige Themen - die Nachteile des Promi-Daseins oder ihren peinlichsten Auftritt.
Hamburg, den 05. November 2014 - Von Stefanie Bilen
Judith Rakers (Foto: Amanda Berens)

ZEHN HALBSÄTZE UND IHRE ERGÄNZUNGEN


SAAL ZWEI: Ich bin TV-Moderatorin...,
Judith Rakers: ... zugleich aber auch Nachrichtensprecherin und Reporterin. Das passt gut zusammen, weil es sich perfekt ergänzt. Als Tagesschau-Frontfrau bin ich immer ganz nah dran am Weltgeschehen und den aktuellen Entwicklungen in Politik und Wirtschaft. In der Moderation meiner Talkshow 3nach9 treffe ich dann in entspannter Atmosphäre auf Politiker und Wirtschaftsgrößen und kann darüber hinaus auch längere Gespräche mit Autoren, Schauspielern und Personen des Boulevard führen. Und als Reporterin kann ich mich journalistisch mit den Themen sehr intensiv auseinandersetzen, die ich persönlich wichtig finde: so kann ich den Fokus dann ganz gezielt zum Beispiel auf die schwierige Situation obdachloser Frauen oder alleinerziehender Mütter lenken.  

Früher dachte ich, ich würde... 

später einmal schreiben, weil meine Talente eigentlich dort liegen. Ich habe deshalb auch journalistisch zuerst bei Tageszeitungen und Fachzeitschriften gearbeitet. Das Fernsehen war nie mein Ziel – es hat sich einfach ergeben. Und jetzt bin ich auch sehr glücklich dort.

In der Rubrik Top-Managerin im Profil stellen wir den SAAL ZWEI-Leserinnen sowie der Leserschaft des Handelsblatt Morning Briefings erfolgreiche Frauen an der Spitze vor. Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts, fasst in seinem Morning Briefing täglich noch vor dem Frühstück relevante News aus Wirtschaft, Politik und Finanzen poinitiert zusammen. Gratis für den Leser.


In Kooperation mit




Mein Tag beginnt...
jeden Tag zu einer anderen Uhrzeit, da ich bei der Tagesschau im Schichtdienst arbeite. Wenn ich Frühdienst habe und die Nachrichten im Morgenmagazin präsentiere, klingelt der Wecker um 3.30 Uhr. Nachtschichten enden erst drei Stunden später. Das schönste ist der 20 Uhr Dienst – da komme ich kurz nach Mitternacht nach Hause, so dass der folgende Tag die Chance hat, ein ausgeschlafener zu werden.

Mein peinlichster Auftritt war...
eine Panne in der 20 Uhr Tagesschau, in der ich eine Meldung doppelt vorgelesen habe. Ich hatte damals die Anweisung des Regisseurs missverstanden und dachte, wir hätten ein Tonproblem gehabt. Hatten wir aber nicht. Sehr unangenehm!

Stolz war ich hingegen auf...
mein Interview mit Tom Jones in unserer Talkshow 3nach9. Ich hatte großen Respekt vor dieser Legende, wollte aber trotzdem den selbst erfundenen Tiger-Test mit ihm machen. Er antwortete tatsächlich auf die teilweise sehr schlüpfrigen Fragen und wir verbrachten dann gemeinsam mit der Redaktion eine sehr lange Nacht an der Bar zusammen. Es hat ihm richtig gut gefallen bei uns. Vielleicht auch, weil es mal ein Interview der anderen Art war. 

Ein Teil des Interviews ist bereits gestern in Kooperation mit dem Handelsblatt Morning Briefing erschienen.

Eine öffentliche Person zu sein... 

bringt Vor- und Nachteile. Ich jedenfalls stimme nicht in das Gejammere vieler anderer Prominenter ein, die sich immer nur über ihre Öffentlichkeit beschweren. Wer hier nicht dabei sein will, hat jeden Tag erneut die Wahl, den großen Zirkus zu verlassen.

Wenn das Medium Magazin mich einerseits zu den 100 Journalisten des Jahres wählt, andererseits aber Kollegen herablassend und gar hämisch über mich berichten, finde ich das... 

normal. Man kann es eben nie allen recht machen...

Den größten Respekt habe ich vor...

Menschen, die ihr ganzes Leben anderen widmen. Die selbst auf Komfort, Sicherheit und manchmal sogar Freiheit verzichten, um zu helfen.

Die Frauen-Quote für deutsche Aufsichtsräte...

finde ich richtig. Auch wenn Sie das jetzt nicht gerne hören, meine Herren!

Angela Merkel kann...
man nicht so leicht aus dem Konzept bringen. Ich habe sie schon oft auf Bühnen live erlebt und kurze Interviews mit ihr geführt. Sie ist nie um eine Antwort verlegen und hat viel mehr Witz und Spontanität, als man ihr gemeinhin zutraut. Und mit Messer und Gabel essen kann sie mittlerweile auch – ich hab's selbst gesehen, Herr Kohl! 


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