"Sie haben das Wort, Frau Ministerin"

Kürzlich hat SAAL ZWEI-Chefredakteurin Stefanie Bilen einen Offenen Brief an die Familienministerin geschrieben. Darin beklagt sie die mangelnde Betreuung von Schulkindern ab Klasse 5. Berufstätigkeit mit Kindern in der weiterführenden Schule zu vereinbaren, schreibt sie, sei ungleich schwerer als mit Kleinkindern. Die Resonanz auf den Brief aus der Community war riesig - fehlt nur noch die Antwort von Manuela Schwesig. Doch sie lässt stattdessen auf den bevorstehenden SPD-Parteitag verweisen.
Familienministerin Manuela Schwesig (Foto: Susie Knoll)
Hamburg, den 02. Dezember 2015 - Von Stefanie Bilen

Vor drei Wochen ist unser Offener Brief beim Familienministerium eingegangen, seitdem lässt allerdings eine Antwort von Ministerin Manuela Schwesig auf sich warten. Auf Nachfrage von SAAL ZWEI haben wir vergangene Woche folgende Absage aus der Pressestelle des Ministeriums erhalten:  

"Vielen Dank für Ihre nette Mail. Leider muss ich Ihnen sagen, dass wir Ihrem Wunsch nicht nachkommen können. Wir haben einfach zu viele Termine und Gesetzgebungsverfahren im Moment, sodass wir vor Weihnachten 'abspecken' müssen.
Das heißt aber nicht, dass der Ministerin  das Thema Vereinbarkeit nicht am Herzen läge. Im Gegenteil: Als Ministerin wird Frau Schwesig das Thema weiterhin als eines ihrer Schwerpunkte stark machen. Als stellvertretende Parteivorsitzende der SPD wird sie auf dem kommenden Parteitag Anfang Dezember einen Leitantrag einbringen, der zahlreiche Aspekte zu einer verbesserten Vereinbarung aufgreift – darunter auch der Vorschlag einer Steuergutschrift für die Kinderbetreuung, oder der Vorschlag einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kita-und Schulkindern einzuführen.
Wir freuen uns, wenn Sie uns auch weiterhin medial begleiten.
"

Der Leitantrag, den Manuela Schwesig als stellvertretende Parteivorsitzende am 10. Dezember beim SPD-Bundesparteitag in Berlin einbringen wird, beinhaltet folgende Aspekte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Er wurde im vergangenen Oktober vom Parteivorstand beschlossen: 

- Partnerschaftliche Arbeitsteilung von Müttern und Vätern in Beruf und Familie durch Familienarbeitszeit

- Familienfreundliches Steuerrecht durch Familiensplitting statt Ehegatten-Splitting

- Legale Haushaltshilfe durch Entlastung bei den Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen

- Gerechtigkeit für Geringsverdiener-Familien durch gestaffeltes Kindergeld

- Rechtsanspruch auf schrittweise Ganztagsbetreuung von Kita- und Grundschulkindern

- Verbesserte Qualität der frühkindlichen Bildung

- Ausbau der Familienpflegezeit


Der komplette Leitantrag findet sich hier

Sollte Ihnen der Leitantrag nicht weit genug gehen, wünschen Sie sich eine andere Priorisierung oder haben Sie sonstige Anmerkungen, schreiben Sie uns bitte an info@saalzwei.de.
SAAL ZWEI wird weiterhin den Dialog mit dem Familienministerium suchen. 

(Foto: Reiner Sturm/Pixelio)

"Kinder ohne Nachmittagseltern haben so gut wie keine Chance"
Mit ihrem offenen Brief an Manuela Schwesig hat SAAL ZWEI-Chefredakteurin Stefanie Bilen offenbar einen Nerv getroffen. In Dutzenden Rückmeldungen beklagen Eltern und Alleinerziehende die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit Gymnasialkindern. Wir haben einige der Rückmeldungen in Auszügen veröffentlicht.
www.saalzwei.de

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